Neustadt (Hessen) liegt im mittelhessischen Bergland, im äußersten Osten des Landkreises Marburg-Biedenkopf.

 

Neustadt wurde vermutlich um das Jahr 1250 von den Grafen von Nidda aus dem Haus Ziegenhain gegründet. 1270/71 ließ Graf Ludwig II. von Nidda dort eine Burg erbauen, die aber bereits 1273 vom Landgraf Heinrich I. von Hessen wieder zerstört wurde. Graf Ludwigs Sohn und Nachfolger Engelbert I. verkaufte am 12. März 1294 Burg, Stadt und Amt Neustadt an das Erzbistum Mainz, für 2.200 Mark kölnischer Pfennige. Neustadt lag nunmehr als mainzische Enklave inmitten von landgräflich-hessischem und gräflich-ziegenhainer Gebiet.                            Bei Neustadt befinden sich noch Reste der Burg Trugelrode aus dem 13. Jahrhundert und der Nellenburg.

Hauptgebäude des Schlosses Dörnberg und seit 1952 Rathaus

Während der Mainzer-Stiftsfehde wurde Neustadt 1464 an den Landgrafen Heinrich III. von Hessen-Marburg (Oberhessen) verpfändet, aber die Stadt verweigerte ihm den Zutritt und gab erst nach einer Belagerung auf. Mit dem Frieden von Zeilsheim, an dessen Zustandekommen der landgräfliche Hofmeister Hans von Dörnberg  maßgeblich beteiligt war, kam Neustadt in den Besitz des Landgrafen von Oberhessen. Dieser verpfändete die Stadt 1477 an Hans von Dörnberg, der sich auf der Basis der alten Burg sein Schloss Dörnberg erbauen ließ. Nachdem Landgraf Wilhelm III. von Oberhessen bei einem Jagdunfall 1500 tödlich verunglückt war, wurde Oberhessen wieder mit Niederhessen (Hessen- Kassel) vereinigt. Der beim niederhessischen Landgrafen Wilhelm II. verhasste Dörnberg flüchtete 1505 nach Friedberg, wo er 1506 im Alter von 79 Jahren starb. Er wurde von seinen Neffen beerbt. Die Herrschaft der Dörnberger über Neustadt endete 1549, als das Erzbistum Mainz die Verpfändung von 1464 wieder einlöste.

Junker - Hansen -Turm

Junker-Hansen-Turm

Der um 1480 erbaute Junker-Hansen-Turm, das weithin bekannte Wahrzeichen Neustadts, ist einer der ältesten Zeugen aus der Geschichte der Stadt und wurde nach seinem Bauherren Junker Hans von Dörnberg benannt.

Im Rahmen einer Neubefestigung der Burganlage bildete der Turm einen Teil der Süd-West-Bastion. Er ist ein imposantes Beispiel mittelalterlicher Handwerkskunst und wurde vom Festungsbaumeister Hans Jakob von Ettlingen erbaut.

Mit seinen fast 50 m Höhe und einem Durchmesser von ca.12,6 m ist der Turm der größte Fachwerkrundbau der Welt,was mit der Aufnahme in`s Guinessbuch der Rekorde honoriert wurde.